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Der Kopfstand: Wie Salamba Shirshasana für mehr Stärke und Gelassenheit sorgt

Der Kopfstand: Wie Salamba Shirshasana für mehr Stärke und Gelassenheit sorgt

  • Es ist eine der anspruchsvollsten Yogahaltungen mit erstaunlicher Wirkung für Körper und Seele. Was Ihnen die Königsdisziplin bringt? Su Rahtjen kennt die Antwort.
Es lohnt sich den Blickwinkel einmal zu ändern. (Foto: Shutterstock)

In der Yogastunde wird meistens darauf hingewiesen, dass der Kopfstand nur für Geübte ratsam ist. Denn die Haltung erfordert nicht nur körperliche Kontrolle und Kraft – es gilt auch einiges zu beachten, um das Gewicht richtig auf Schultern und Kopf zu balancieren.

Wirkungen für den Körper und den Geist

Schultergürtel und Nacken dürfen keine Einschränkungen haben. (Foto: Shutterstock)
Schultergürtel und Nacken dürfen keine Einschränkungen haben. (Foto: Shutterstock)

Eines vorweg: Erwachsene kostet es durchaus Überwindung, der Schwerkraft zu trotzen und alles auf den Kopf zu stellen. Wir brauchen schon etwas Mut, um die eigenen Grenzen zu weiten. Zudem sollten bestimmte körperliche Voraussetzungen gegeben sein.

Wer den Kopfstand besser nicht üben sollte:

Bitte erkundigen Sie sich vorher bei einem Arzt, wenn Sie einen zu hohen oder niedrigen Blutdruck oder Probleme mit der Nackenmuskulatur oder der Halswirbelsäule haben. Auch bei Augenkrankheiten oder Herzbeschwerden sollte ein Fachmann hinzugezogen werden. Grundsätzlich sollten Sie Ihren Körper aufmerksam beobachten und falschen Ehrgeiz ablegen.

Absoluter Benefit für den Körper

Langsam und kontrolliert wird in den Kopfstand hinein- und hinausgegangen. (Foto: Shutterstock)
Langsam und kontrolliert wird in den Kopfstand hinein- und hinausgegangen. (Foto: Shutterstock)

Steht der Kopfstand, sind die körperlichen Wirkungen sehr vielfältig. Eine volle Ladung Blut, angereichert mit Sauerstoff, schießt in unser Gehirn und erreicht jeden Nerv und jede Zelle. Wir sind auf einmal ganz klar und aufmerksam, als hätte jemand einen Schalter angeknipst. Abgesehen davon sorgt die Umkehrhaltung für eine wohltuende Entlastung unserer Beine und der Hüfte. Außerdem wird die Lunge enorm gekräftigt, weil die Bauchorgane auf das Zwerchfell drücken. Dadurch wird die eingeatmete Luft komprimiert und die Atmung vertieft. Das erhöht die Sauerstoffaufnahme. Und dann sorgt die enorme Durchblutung unseres Kopfes für einen wirklich schönen Nebeneffekt, weil es der Faltenbildung und dem Haarausfall entgegenwirkt.

Herz über Kopf

Neben dem körperlichen Effekt geht es im Yoga um die energetische Wirkung. Und die kommt bei Salamba Shirshasana, wie der gestützte Kopfstand auf Sanskrit heißt, nicht zu kurz. Zuerst ist es eine reine Kopfsache, loszulassen und sich immer mehr in die umgekehrte Haltung zu trauen. Je häufiger wir üben, desto mehr entwickeln wir Mut und Willenskraft. Wenn wir komplett im Lot stehen, zwischen Himmel und Erde exakt ausgerichtet, steigt unser Selbstvertrauen. Je sicherer gehalten wird, umso tiefer kommen wir in den Zustand der inneren Klarheit. Die Übung wirkt regelrecht euphorisierend und hinterlässt eine tiefe Zufriedenheit. Durch die Veränderung des Blickwinkels wird uns eine neue Sichtweise geschenkt, unsere gewohnten Denkmuster sortieren sich neu. Der Kopfstand aktiviert außerdem die Energie des Ajna-Chakras, das auf der Stirn liegt und des Sahasrara-Chakras, das sich an der Krone des Kopfes befindet.

Sicher in den Kopfstand kommen

Ein Yogalehrer führt gekonnt in die Asana hinein. (Foto: Shutterstock)
Eine Yogalehrerin führt gekonnt in die Asana hinein. (Foto: Shutterstock)

Es braucht schon etwas Vorarbeit, um den Kopfstand zu beherrschen. Neben einer starken Körpermitte sollte eine ausreichend trainierte Muskulatur im Schulter- und Nackenbereich vorhanden sein. Beherrscht man im Yoga mühelos den Delfin, ist der Kopfstand nur noch reine Übungssache. In einem langsamen und kraftvollen Tempo werden die einzelnen Schritte ausgeführt. So kann am sichersten im Körper nachgespürt werden. Am besten lernt man unter Anleitung eines*r Yogalehrers*in. Die Übung soll mindestens fünf Atemzüge gehalten werden. Manche meditieren sogar in dieser Haltung bis zu 40 Minuten. Genauso langsam wie man in diese Haltung hineingegangen ist, wird hinausgegangen. Mit der vollkommenen Kontrolle über Körper und Geist.

In 7 Schritten in den Kopfstand:

  1. Im Vierfußstand die Unterarme ablegen. Der Abstand der Ellenbogen sollte nicht zu groß sein, eine Unterarmlänge ist optimal. Die Finger ineinander verschränken und die Hände öffnen, so dass eine Schale entsteht.
  2. Die Krone des Kopfes in die Schale legen. Achtung: Nicht die Stirn oder den Hinterkopf, sondern den Scheitel, also die Krone des Kopfes, hineinlegen. So ist gewährleistet, dass die Halswirbelsäule korrekt ausgerichtet ist.
  3. Die Beine werden durchgestreckt, wobei die Zehen auf der Matte stehen. Jetzt mit den Füßen näher ans Gesicht, bis die Hüfte fast über den Schultern steht, wobei die Beine die ganze Zeit gestreckt bleiben.
  4. Die Bauchmuskulatur aktivieren und erst einmal das eine oder das andere Bein nach oben strecken und nachspüren. Gelingt das gut, langsam die Beine anheben und Zentimeter für Zentimeter nach oben ziehen.
  5. Wesentlich weniger Kraft wird benötigt, wenn beide Beine angewinkelt nach oben gehoben werden, so dass die Knie über der Hüfte stehen. So wird die Bauchmuskulatur immer mehr trainiert.
  6. Steht der Kopfstand, wird der Nacken lang gemacht. Dabei die Beine durchstrecken und die Füße immer wieder Richtung Decke schieben. Die Asana nur so lange halten, wie man sich darin wohlfühlt.
  7. In umgekehrter Reihenfolge wird die Haltung langsam und kontrolliert aufgelöst.

(MAG99)

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